FDP Reinickendorf Nord: Erinnerungskultur nicht durch Verkehrsschilder konterkarieren!

Die FDP Reinickendorf Nord hat sich im vergangenen Jahr intensiv an einer Aktion zur Reinigung der sogenannten Stolpersteine im Bezirk beteiligt. Insgesamt haben Reinickendorfer Liberale über 70 Stolpersteine in den Ortsteilen Wittenau, Reinickendorf, Waidmannslust, Heiligensee und Konradshöhe gesäubert. Den FDP-Mitgliedern ging es dabei vor allem darum, die Erinnerung an die durch das Nazi-Regime Verschleppten und Ermordeten wach zu halten.

Auch in diesem Jahr ist eine solche Aktion wieder geplant                                              .http://fdp-reinickendorf.berlin/wp-content/uploads/2015/09/IMG-20150918-WA0000.jpg

Nun hat der Initiator der „Bürgerinitiative Berlin“, der frühere MDR-Journalist Bernd Träger, darauf aufmerksam gemacht, dass in der nördlichen Nachbarschaft von Reinickendorf in Oranienburg offenbar unsensibel mit der Erinnerung an die Ermordeten im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen umgegangen wird. Wie sonst ist es zu erklären, dass bis zum letzten Jahr in unmittelbarer Nähe zum Oranienburger Schloss und neben zahlreichen in den Bürgersteig eingelassenen  Stolpersteinen ein großes, gelbes Verkehrsschild auf die Gedenkstätte Sachsenhausen und direkt darunter auf die Agentur für Arbeit hinwies?

Verbindung der "Gedenkstätte" mit der "Agentur für Arbeit"

Das löste gedankliche Verbindungen mit dem mörderischen NS-Spruch „Arbeit macht frei“ aus, der bis heute am eisernen Eingangstor zum ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen zu sehen ist.

Toraufschrift am ehemaligen KZ Sachsenhausen

Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen insgesamt mehr als 200 000 Häftlinge aus 40 Nationen inhaftiert. Sie waren Hunger, Krankheiten, Misshandlungen, medizinischen Experimenten und Zwangsarbeit ausgesetzt. In vielen Fällen führte dies zum Tod. Auch aufgrund von gezielten Vernichtungsaktionen fanden im KZ Sachsenhausen mehrere zehntausend Menschen den Tod.

Zwar hat die Stadtverwaltung von Oranienburg mittlerweile den Hinweis „Agentur für Arbeit“ weiß übertüncht. Vor allem bei Sonnenlicht sind jedoch die sechzehn Buchstaben plötzlich wieder gegenwärtig. Andere Verkehrszeichen weisen in gleicher Schriftfarbe untermittelbar unter den Worten „Gedenkstätte Sachsenhausen“ auf den „Gewerbepark Nord“ hin, was ebenfalls vermeidbare Assoziationen auslöst. Die FDP Reinickendorf Nord fordert, endlich auf allen Schildern den Hinweis auf die Gedenkstätte farblich so abzusetzen, dass bereits bei der Verkehrsführung die Würde der Opfer der furchtbaren Verbrechen gewahrt wird.

Verkehrsschild Hinweis auf die Gedenkstätte neu

Prof. Dr. Wilfried Bernhardt, Vorsitzender der FDP Reinickendorf Nord und FDP- Direktkandidat Frohnau/Hermsdorf  für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus

 

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